cara mamma

 

anche se nessuno di noi due sia ammalato, adesso ci è vietato di incontrarci. e non viviamo in una dittatura, né sotto un regime senza diritti umani. viviamo in due democrazie normali, se per “normali” si intendono tutte le mediocrità di noi soggetti umani. perché ti scrivo in italiano? non lo so. forse sentivo il bisogno di esprimere la nostra distanza anche tramite una lingua, che non è la „nostra“, che però ha a che fare con noi due, con le nostre vite.

 

presto compierai 92 anni. un’eternità. il sindaco di tübingen qualche giorno fà aveva dichiarato, che „probabilmente salviamo persone, che in ogni caso sarebbero morti tra sei mesi“. bravo ragazzo. io gli darei volentieri due schiaffi. uno, per essere così stupido, l’altro per essere troppo intelligente di essere così stupido. eppure si dichiara lui stesso di essere un verde, vuol dire un pacifico, uno che la vita la conosce e la rispetta. il signorino però ti manderebbe in quel paese, convinto, di averne il diritto.

 

 

 

 

comunque, si potrebbe anche stare peggio. almeno io. tu no. tu ti sei già trovata in situazioni peggiori. prima della guerra, durante la guerra, dopo la guerra. tu li hai visti. gli uomini, scatenati, feroci, voluttuosi, ricchi, poveri, vecchi, giovani, potenti, malmessi. ma sempre uomini, sempre alla caccia di carne, di sangue, di donne. e come paga hanno lasciato monete, calze di seta, schiaffi, gravidanze. io sono cresciuto senza danni. protetto. le guerre le abbiamo ascoltate alla radio o viste in tv. in ogni caso lontane da casa nostra. da cosa nostra. il nuovo mondo era la tv a colori.

 

 

 

ti ho mai detto grazie? probabilmente no. ai genitori non si dice „grazie“. o, se lo si dice, sa un po’ di muffa, di qualche sfumata bigotta, di caino e abele. così lo dico adesso. grazie mamma. anche se é un ringraziare un po’ cinico, disonesto. perchè non ti devo, non ti posso guardare in faccia. separati dal virus e dalla politica è facile dirti „grazie“. io peter, tu elisabetta. come se fossimo da due pianeti diversi. io invece sono uscito dal tuo grembo, sono una parte di te. adesso sei in prigione. tu, che non puoi uscire dalla tua struttura (che parolaccia! “la struttura di sua madre l´abbiamo dovuta chiudere”). o sono in prigione io, che non posso entrare nella tua struttura? siamo separati, ci hanno separati. nessuno ci ha chiesto. l´hanno imposto. senza scelta. in mezzo a un paese democratico. nessuno ha chiesto “ vuoi venire ad abitare con tua madre?” o “ vuoi portarti la mamma a casa tua?” decreti, decreti, decreti. ogni giorno un decreto da un esperto. gli esperti sono anche esperte? o solo uomini? col membro? membri? della famiglia? non si sa.

 

 

 

 

 

 

poveracci anche femmine e maschi della vita politica. devono far finta di capire qualcosa, ed invece capiscono poco o niente. come noi due. c’è un virus in giro? restiamo a casa ed aspettiamo che se ne vada. ma forse serve. forse hanno ragione loro che predicano l’austerità. forse il virus è quella pena divina, che ci promettono le diverse religioni. noi due però non eravamo mai veramente religiosi. il padre eterno ... non esiste, è però un’ illusione rassicurante.

 

 

 

 

facciamo festa. festa della mamma. del papà, del nonno e della nonna. festa ogni giorno, per ogni essere. la vita una festa, mamma. perché non si sa mai: l’incoronazione può finire domani, o in un mese, o adesso. non si sa.

 

grazie mamma

liebe mamma

 

 

selbst wenn keiner von uns krank ist, ist es uns jetzt verboten, uns zu treffen. und wir leben weder in einer diktatur noch unter einem regime ohne menschenrechte. wir leben in zwei normalen demokratien, wenn wir als "normal" alle mittelmäßigkeiten von uns menschlichen wesen verstehen. warum ich dir auf italienisch schreibe? ich weiß es nicht. vielleicht hatte ich das bedürfnis, unsere distanz auch durch eine sprache auszudrücken, die nicht die "unsere" ist, die jedoch mit uns beiden, mit unserem leben zu tun hat.

 

bald wirst du 92 jahre alt. eine ewigkeit. der bürgermeister von tübingen hat vor einigen tagen erklärt, dass „wir wahrscheinlich menschen retten, die auf jeden fall in sechs monaten gestorben wären“. guter junge. ich würde ihm gerne zwei ohrfeigen geben. eine dafür, dass er so dumm ist, der andere dafür, dass er zu intelligent ist, um so dumm zu sein. dennoch versteht er sich selbst als grüner, d.h. als  jemanden friedfertigen, der das leben kennt und es respektiert. der junge herr würde dich jedoch ins jenseits schicken, überzeugt davon, dass er dazu das recht hat.

 

wir könnten aber auch schlimmer dran sein. zumindest ich. du nicht. du hast dich bereits in schlimmeren situationen befunden. vor dem krieg, während des krieges, nach dem krieg. du hast sie gesehen. die männer, entfesselt, wild, gierig, reich, arm, alt, jung, mächtig, verlottert. aber immer männer, immer auf der suche nach fleisch, nach blut, nach frauen. und als bezahlung hinterließen sie münzen, seidenstrümpfe, ohrfeigen, schwangerschaften. ich bin ohne schaden aufgewachsen. geschützt. die kriege haben wir im radio gehört oder im tv gesehen. auf jeden fall weit weg von unserem zuhause. von unseren belangen. die neue welt war das farbfernsehen.

 

habe ich dir jemals danke gesagt? wahrscheinlich nicht. eltern sagt man nicht "danke". oder, wenn man das sagt, schmeckt das immer ein bisschen nach moder, nach einer bigotten nuance, nach kain und abel. also sage ich es jetzt. danke mamma. auch wenn es ein etwas zynisches, verlogenes danke ist. weil ich dir nicht ins gesicht sehen kann, nicht muss. getrennt vom virus und von der politik ist es leicht, "danke" zu sagen. ich peter, du elisabetta. als wären wir von zwei verschiedenen planeten. stattdessen bin ich aus deinem leib gekommen, bin ein teil von dir. jetzt bist du im gefängnis. du, die ihre struktur nicht verlassen kann (was für ein wort! "wir mussten die struktur ihrer mutter schließen"). oder bin ich es, der im gefängnis ist, der deine struktur/einrichtung nicht betreten kann? wir sind getrennt, sie haben uns getrennt. niemand hat gefragt. sie haben es auferlegt. ohne wahl. mitten in einem demokratischen land. niemand hat gefragt "willst du kommen und bei deiner mutter leben?" oder "willst du mamma zu dir nach hause bringen?" dekrete, dekrete, dekrete. jeden tag ein dekret eines experten. sind experten auch expertinnen? oder nur männer? mit dem glied? mitglieder? der familie? man weiß es nicht.

 

arm auch die männer und frauen des politischen lebens. sie müssen so tun, als würden sie etwas verstehen, und stattdessen verstehen sie wenig oder gar nichts. wie wir beide. gibt es ein virus? wir bleiben zu hause und warten darauf, dass es vorbei geht. aber vielleicht nützt es. vielleicht haben jene recht, die harte sparmaßnahmen predigen. vielleicht ist das virus diese göttliche strafe, die uns die verschiedenen religionen versprechen. aber wir beide waren nie wirklich religiös. der ewige vater ... existiert nicht, aber er ist eine beruhigende illusion.

 

lass uns feiern. tag der mutter. des vaters, des großvaters und  der großmutter. jeden tag ein fest, für jedes wesen. das leben ist ein fest, mamma. weil du nie weißt: die krönung kann morgen oder in einem monat oder jetzt enden. man weiß es nicht.

 

danke mamma