pier paolo pasolini hat mit den polizisten aus der unterschicht sympatisiert. nicht mit den studenten der bourgeoisie. wer ist ppp? und was bourgeois? was war los? egal. wir haben jetzt andere sorgen. ein diktator schüttelt dem anderen die hand. die hände. gleich nach dem fotoshootig: hände waschen. weil virus. weil gekrönt. und beide hassen alle monarchen, weil sie selbst einzigartigst herrschen wollen. ein weib an sich hat sich emanzipiert und steht einem macho zur seite. es hat lange jahre dazu gebraucht um dort zu sein, wo es heute ist. jandl hat das ende so beschrieben: du haben zudecken / ein erden für allen / steifen nicht mehr haben / selber sein ein steifer (tagenglas 9). das gilt für alle. und alles. essen wir plastik. damit retten wir die welt. aus unserer asche werden dann keine diamanten mehr möglich. aber frischhaltefolien.

*reiwaichisangatsumuika

 

niemand kommt mehr herein. wir machen dicht. wir lassen uns nicht. wir geben nicht das, was wir selber. ja, gerechtigkeit, ja. aber niemand kommt in dieses land, um sich auf unsere kosten ein besseres leben zu ergattern. helfen, ja. aber mit maß. der volker und die völkerin in diesem land müssen das gefühl haben, dass ihre arbeit was wert ist. rassismus? nein. aber was können wir dafür? es ist nicht unsere aufgabe. wir müssen unseren kindern. wir müssen unseren alten. wir müssen für alle volker und völkerinnen. unsere werte sind uns wertvoll. die gilt es zu verteidigen. haben wir auch kein heer, so sind wir doch manns genug (und weibs, mit verlaub, auch), diese unsere heimat in würde und ordnung unseren nachkommen zu hinterlassen. wir hassen niemanden. wir helfen allen. aber wir wollen nicht zulassen, dass einige wenige unsere arbeit zerstören. dass einige wenige sich rechte herausnehmen, die sie nicht haben. wir sind wachsam. wir verteidigen unsere werte, unsere grenzen, unsere tradition, damit alle in ruhe und frieden hier in diesem land leben können.

*7

 

das wetter ist schön. ein frauentag. einmal pro jahr. scheint genug zu sein. der virus. das virus. die virus. durch alle geschlechter. die nationalen wollen noch immer dem dummen pöbel, also uns, zeigen, dass krank die anderen sind, die auswärtigen, die aussätzigen. und der pöbel, also wir, glauben gerne, dass wir gut, gesund und endlos fesch sind. derdiedas virus haust in italien und da muss man eben hart bleiben und denen zeigen, dass wir inzwischen die pizza von unseren türken machen lassen. also italien. da waren wir schon so oft, dass wir gut darauf verzichten können. man muss nichts machen. man kann bleiben. wir machen zu. wir machen dicht. zum küssen schieben wir uns glasscheiben zwischen die münder und lecken daran. zum ficken nehmen wir plastik.

*8

 

zumachen. schon wieder. schließen, zumachen. zaun. wir sind wie die tiere. eine herde. wir laufen in eine richtung. läuft jemand in eine andere, gibt es sanktionen. eine sanktion. die sanktion. es gibt nur eine. wir müssen zusammen. wir. ohne die anderen. wir, das sind ich und du. nein. du auch nur begrenzt. wahrscheinlich bist auch du. nein. wir sind nicht ich und du. wir bin ich. und ich lasse das nicht zu. ich werde dafür sorgen, dass wir nicht unterwandert werden. dass ich auch zu dir wieder du sagen kann und mit dem wir uns meine. wenn wir alles dicht machen, ist jeder für sich. dann sind wir allein. und das ist nicht gut auf die dauer. wenn ich zu lange alleine bin, hab ich niemanden mehr, den es zu töten gilt. den es zu lieben gilt. das wetter wendet sich dem sommer zu. die viren wenden sich zur kälte hin.

*9

 

angekommen. obwohl wir. und wer ist schuld? wir nicht. wir waren immer sauber. haben gearbeitet. haben unsere schuld und unsere schulden bezahlt. es ist nicht fair. es ist nicht gerecht. die schmarotzer stehen bereit und verkünden die falschen wahrheiten. das wetter ist heute so wie erwartet.

*10

 

langsam lichten sich die straßen. der verkehr reduziert sich automatisch. die menschheit bleibt zu hause und schaut sich selbst am bildschirm zu. wir bekommen die informationen über uns. digital. wir schauen nicht mehr in den spiegel. wir schauen aufs handy. die angst sitzt und lächelt.

*11

 

und heute ists gekommen. amtlich. das wetter ist schön. nahezu wolkenlos. ein paar schäflein am himmel. ansonsten gibt sich die natur unschuldig. bist du schuld? wer ist schuld? die strafe der vorsehung für all das lasterhafte leben. aber wir doch nicht. ich doch nicht. es waren die anderen. es warst du. du bist schuld an allem. und wir sitzen im fegefeuer und wissen nicht, was wir tun sollen. abseits von uns geht alles seinen normalen weg. so, als ob nicht wäre. so, als ob niemand schuld sein. so, als ob es uns nicht gäbe.

*12

 

der frühling lässt alles wachsen. alles gedeihen. auch unkraut. auch schlechtes. auch dummes. zu glauben, dass schönes wetter auch eine gute welt ermöglicht, ist ein hilfreicher irrglaube. nur sollte man für diese erkenntnis kein studium benötigen. das gibts billiger auch. und schneller. im lustigen radio mit der lustigen musik. schon wieder ein verkehrsunfall. wie spielen ein paar takte. oder im tv. und jetzt das interview zum wohlfühlen. oder, modern, im netz. im spinnennetz. die ganze welt zu dir für einen pappenstiel. für fast nix. ich bin fast eingesperrt und schau mir auf dem handy zu, dass mir fast nix passiert.

*13

 

aber. nach jedem frühling ist bisher noch immer der sommer gekommen. die pflanzen blühen auch bei schlechtem wetter. der grashalm sucht sein leben im schmalen winterriss vom asphalt. ich will nicht. nein, jetzt brauch ich keinen blumenstrauß. und doch bringt er die farben, das leben, die düfte in das haus. eine frau, ein mann. was solls. jemand, der unsere pläne durchkreuzt, zunichte macht, neu ordnet. jemand, der dich ver und führt. du riechst auf einmal wieder, gerüche deiner kindheit. es ist ein schwimmen in dem kinderbecken. arglos. nicht kalt, noch unanständig.

*14

 

frau doktor, frau doktor, bitte testen sie mir. testen sie mir alles. sie sind so gut, sie sind so schön, sie sind so jung. also bleiben sie jetzt hier bei mir und machen sie mich gesund. nicht krank? ich?  wieso sind sie dann hier? ich BIN krank und sie machen mich gesund. sofort. bei diesem wetter können sie niemanden einsperren. und schon ist sie wieder weg. das miststück. und ich bleibe in diesem gefängnis, das meine eigene wohnung ist. wer eigentlich nimmt sich das recht?

*15

 

an einem wunderschönen morgen im april wird sich der himmel lichten und wir wachen auf und wissen: es war ein schlechter traum. nichts ist passiert von alledem. die damen und herren der macht grinsen wie gehabt und erfreuen sich ob unserer dummheiten. und weil sie von unseren schlechten träume bestens informiert sind, drehen sie ganz schnell noch die daumenschrauben ein klein wenig zu. so, dass es grad noch auszuhalten ist. wir sagen alle danke und wollen alles schnellstens wieder vergessen.

*16

 

nix traum. ein volksvergetretener erklärt. keine schuld. nein, alles ist so gemacht, wie es sich gehört. und das virus ist ausländischer provenienz. es hat keinerlei inländische papiere zur identitätsfeststellung. es ist schon richtig. ich hab das virus nicht geschaffen. daher musst du es sein. du bist es. du trägst die schuld. warum bist du noch hier? hau ab! lauf weg! lass mich in ruh.

*17

 

alles fake. das war nicht so. die aussagen sind aus dem zusammenhang gerissen. aus dem zusammenhang. da hat man eh viel zu viel zu tun und tut sein bestes. und dann kommen die schreiberlinge, die journaille, die handywichser, und reißen alles aus dem zusammenhang. wer soll denn genau wissen, wie sich das zugetragen hat? im nachhinein ist es leicht, alles besser gewusst zu haben. immer schon. und jetzt erst recht. korrupt? wir? ich? ja wozu denn? wir bereiten uns aufs schlimmste vor. damit wir vorbereitet sind. dann kann niemand kommen und sagen: ihr hättet dies und jenes tun sollen. und habt es nicht getan. aus geldsucht. freunderlwirtschaft. nachbarschaftshilfe. das ist unser weg hier. unsere tradition. wir schließen die reihen. volker und völkin. um die geht es. die anderen müssen sehen. wir sagen schon seit jahren. wären sie nicht gekommen. das virus jedenfalls haben wir nicht gemacht. wir haben nichts exportiert. wir sind das opfer wieder. das übel wurde importiert.

*18

 

weil. worum es geht. der herdeneffekt. der mensch an sich ist ja eher ein tier als ein vernünftiges wesen. aus einer anderen perspektive betrachtet, müssen wir wie ein ameisenhaufen aussehen. alles durcheinander und doch genauestens geplant. alles hat seinen hintergrund. das ist es eben. der hintergrund. heute kommen die meisten von außen ja mit einem hintergrund. und der ist verborgen. unbekannt. beängstigend. ein hintergrund, den der vordergrund so in die ferne, ins nebulöse, unklare verschiebt, dass wir keine chance haben. der hintergrund ist hintergründig. hinterlistig. hinterhältig. ohne hintergrund wären unsere berge heute so wunderschön. die leeren straßen auch. und alles andere. aber mit so einem hintergrund stellt es dir die nackenhaare auf, auch wenn du noch niemals vorher welche bei dir bemerkt hast. 

*19

 

na schun? iatz woll! net amol de zwoa schritt außi. sel tat no faln. dass mir bei ins net amol mehr außi kennen. letzer als wia die kotz. de kimmt iatz a nimmr untr an auto, vor lauter, dass olle drhoam bleibm. des isch jo net zun ausholtn. die gescht. jo, de hobm jo die zimmer gezohlt und kennen leicht a bissl balkonien mochn. obr mir. i brauch luft. muaß die eard riachn. schuscht gea i drau. wek, wek, aui werri gian. und do mechti segn, wer mitgeat. gea eh olm alloan. mir sein in die berg drhoam und brauchn koan lift net und koane haselen und des gonze glumpet vun die herischn. de stadtfockn solln bleibm, wo si hinkearn. a set a schians wetter, hait. und i solltet mr in gonz tog des geplärre unschaugn odr unlosn: wir haben alles richtig gemacht / wie haben alles richtig gemacht / wir haben alles richtig gemacht. na. des vrschteat woll a jeder. die pifke holt net. obr de sein eh olle schon drhoam draußn und miaßn wortn, dass es virus vun ins gnua hot und nor zu imene außi kimmt. fil gibs bei ins eh net zu holn. long konn des net dauern, nor isch olls wiedr wias olm gwesen isch. und die berg stian und mein landl isch a kloans. und wisst eh.

*20

 

der staat greift ein. ich lass mich nicht begreifen! die stadt greift ein. ich lass mich nicht bestadtschen! die freunde geben rat. es ist ja nicht. und war schon immer so. weil nach den fetten jahren und die natur an sich. die zyniker und *Innen frohlocken ob des untergehens der zuversicht. apologeten düsterster ästhetik durchsuchen ihren hirnspeicher nach zitaten apokalyptischer reiter. und viele sehnen sich nach großmutters warmen kittel und ihren alten händen im haar. dies aber bleibt am besten fest verschlossen. nach außen ists fast wie am fußballplatz. man kann nach kräften schreien, die wut hat freien lauf. da laufen 22 einem ball hintendrein und niemand fragt im publikum warum. es sollte halt alles bestens geregelt sein, ohne dass mir jemand mein leben mehr regelt, als ich mir das gerade vorstelle. und wenn ich jetzt wegen dieser scheiße auch noch geld verliere, dann sollen das gehörigst die verantwortlichen usw. weil die politik. weil der kapitalismus. weil der kommunismus. weil die diversen gottheiten. weil mafia. weil mein nachbar.

 

einschlaflied

 

die goldel schlägt sanft auf die wellen

die möven lassen sich treiben

und nach den hohen winterfluten

was bleibt, das ist: wir bleiben

*21

 

j.assange lebte 7 jahre in quarantäne. mir wird schon nach 2 wochen leicht komisch. schäme dich! ich schäme mich. assange aber muss sich nicht schämen. wir aber schon. gemeinschaftlich. die rechte wurden schon lange vor dem virus ausgehebelt. von den fratzen. von dem grinsen. von den geschniegelten bubis und mädis, die dem nationalen wahn fröhnen. und dem sport. alles dafür. alles gesund. alles berg, bärig, bär.

*22

 

der ersten schritt nach draußen. unter die leute. und seltsam: es ist, wie wenn du den sicheren raum verläßt. wie die katze, die ein neues terrain erkundet. langsam, und der schwanz eher niedergehalten. sieht man es mir an?  täusche ich mich? oder sind das nicht seltsame blicke. aber, egal. ich bin bürokratisch in ordnung. aber bin ich auch gesund? ich mein, bürokratisch gesehen. niemand, der mir den sanctus gibt. der sagt: im namen gottes / des präsidenten / der königin usw. worauf kann ich mich verlassen? haben sie symptome? ich? immer. ich hab ein ganzes leben lang symptome. ich bräuchte jetzt jemanden, der mir ein zertifikat gibt. schau, da steht es: du bist ein echt geiler knochen. und pudelgsund. aber niemand. daher eher katzenmäßig. schwanz nach unten. blick auch. und dann gleich wieder nach hause.

*23

 

ckarantene. so heißt das in den schroffen bergen. da ist soundmäßig von dem weichen gwua gwua des stummen frosches von matsuo basho nicht mehr viel über geblieben. in der ckarantene: ckwa, ckwa. aus. weich ists dann vielleicht wieder ab dem gardasee, im sommer, wenn dieses scheißvirus endlich usw. dafür ist hier alles wunderbar und großartig. wunderbarer text, wunderbare form, wunderbares buch. wunder bar. vielleicht a bissl pause machn. weil wenn alle und alles wunderbar und großartig ist, dann kennt man am ende ja das eine nicht mehr vom anderen auseinander. das wetter scheint auch zu spüren, dass sich da was zusammenbraut. weil so schön bräucht es ja gar nicht zu sein. und so kalt schon erst recht nicht. minusgrade bei sonnenstrahlen wie im bilderbuch. draußen in den gärten ein paar balkonienfröhner in kurzen hoshöschen und sonst nicht viel. gut für schnupfen. kann man jetzt grad brauchen. dann alles gleich und, oh wunder. quaglie e triglie. quaglie e triglie. quaglie e triglie. aufgabe für morgen: so lange wiederholen, bis dieses ckwa ckwa endlich verschwunden ist.

*24

 

so wie die felsen hier schon eine halbe ewigkeit stehen, so steht heute natürlich noch immer das ckwa von gestern. kaOrle, melantzanI, karantene. wie karate. die aufschüttungen der landschaften, das faltengebirge, die gletschermühlen. all dies steckt in den kehlen. nur jodeln befreit. befreite. und die schreie des hennengeiers. derzeit ist es ruhig. niemand, der noch schreit. niemand, der noch jodelt. ein paar lederhosenattrappen plärren liebesschmalz in die fettigen locken der dirndldirnen. ein virus. die ganz intelligenten behaupten jetzt, dies sei die rache der natur. weil ausgebeutet. weil gedemütigt. weil nicht respektiert. weil geldsüchtig. und weil, weil, weil. und da landet man wohl oder übel ganz schnell beim lieben gott, oder bei einer lieben göttin, oder einfach bei etwas größerem. wo wir nicht verstehen und daher. weil die da oben, die da unten, die da drinnen, die da draußen alles falsch machen, wo wir das eigentlich. und im grunde weiß das eh jeder. das hilft ja alles nicht wirklich. aber die pharmaindustrie, aber all die anderen. doch auch heute haben sich zwei augenpaare getroffen und sind hoffnungsvolllos ineinander gesunken in ein meer aus wattewolken und waldfrühlingsmoos.

*25

 

wir bitten und beten. götter und banken, nehmet uns nicht alles.  wir geben eh das ganze leben immer. wir hätten eigentlich schon genug. und warum denn jetzt so etwas? wegen der auslese? wegen der natur an sich? weil die heute besonders schlauen, das ja schon längst gewusst haben?

*26

 

schon laufen wir wieder. die scheiße lassen wir jetzt hinter uns. weil, das haben wir ja schon gehabt. auf der straße: aus dem weg, du arsch! ich komme. sagen wir nicht. aber jeder weiß. auch jede. im geschäft: geh du endlich weiter, du tunte. brauchst ja keinen kilometer abstand, sonst stehen wir morgen auch noch hier. und die pollitikerInnen plärren mit allen mächtigen und ohnmächtigen, weil sie keinen blassen dunst mehr haben und sich primär davor ängstigen, dass wir sie nicht mehr wählen. oder eben ists auch ganz anders. der schmäh ist so ganz und gar fehl am platz. da gibts endlos viele menschen, die reißen sich wegen uns den arsch auf und bekommen intellektuellen süßrahm als danke. da weiß jede/r eine geschichte, was alles nicht läuft und wie es gefälligst besser zu laufen habe. da spendiert jede/r schnell einen geldschein, aber wehe, es läutet und jemand will mehr. wir müssen lernen, uns auf einem meter abstand zu umarmen, zu küssen.

*27

 

die coolen haben schönes laufgewand und eilen luftwiderstandsfrei, weil stringtanga und fast wie latexzeug, durch unsere landschaftsbilder. weil ohne laufen ja kein leben. bist du das einmal gewohnt, gibt es kein halten mehr. und es haben auch alle verständnis. wenns zum laufen nicht mehr reicht, dann sind wir wirklich bald am ende. das wäre dann polizeistaat. diktatur. wie in china. da ist keiner mehr gelaufen. aber die sind das gewöhnt. der asiate an sich neigt zum gehorsam. die können sich zurücknehmen bis zur selbstaufgabe. wir nicht. die natur. die berge. das sind wir. und es gibt absolut keinen grund, dass da plötzlich etwas schlecht sein sollte, was bisher als absolut gut gegolten hat.  was ist erregender, als diese durchtrainierten körper, die allen viren usw.

*28

 

vielleicht doch. vielleicht sollten wir ja. vielleicht ist das, was wir als frechheit empfinden. also, den möcht ich da sehen, der mich hindert, meinen parcour zu laufen, wo eh kaum jemand läuft. die eine da vielleicht, und vielleicht auch der mit dem hund. aber wir kennen uns ja, was soll denn da groß passieren. also und aber. vielleicht müssten wir wirklich etwas mehr aufpassen. wetter eh schlecht. jetzt sind wir aber schon 3 wochen da ziemlich eng aufeinander. und kein bier auswärts. und nur diese bescheuerten skypeanrufe, wo es eh nix zum sehen gibt. also ich möcht wieder einmal eine schöne, einfache, ehrliche liebesgeschichte sehen, so wie den doktor schiwago, oder love story. das waren halt noch filme. schon kitschig, ja. aber eben schön kitschig. heute bin ich mir selber kitsch genug und dreh mich am liebsten schnell ab, wenn sich da was anbahnt.

*29

 

die kurven folgen eigenen regeln. morgen sollten sich die zahlen. die woche wird entscheidend. in zwei wochen wird. so geht das dahin. ein blabla zu krisenzeiten unterscheidet sich nach außen nicht von dem blabla der normalzeiten. ein gutes. jene, die alles besser wissen, auch wenn es ein schlechterwissen war, sind auffallend ruhig. der kleine möchtegernreiter, das rumpelstilzchen zu rosse, spuckt keinen geifer mehr, der inseltyp, der ob ein paar lasziver beine gleich das ganze land verhökern wollte, scheint eingetaucht in privatissimas mit seiner holden. wer nicht gesehen wird, kann derzeit wenig falsches machen. um nachher dann, wenn aufgeräumt werden muss, dann sau und bär aufstehen und aufzeigen zu können , was alles zu machen gewesen wäre, wenn man mir usw. auch die pornografie geht corona. die schmutzigen witze finden kein schmalziges lächeln. die sauberen auch nicht. der spaß hängt an der angst und hofft, in ruhe gelassen zu werden. erst wenn die oma gestorben wurde oder der opa, dann ists auch den letzten klar geworden, dass die übertreibung manchmal auch zu gering gewesen sein könnte.

*30

 

jetzt also doch masken für alle. die maske vom pestdoktor in venedig. beim karneval. wunderschön. das ist die maske mit der langen, langen nase. lange nase jetzt doch nicht. aber asien. wo wir kopftuch, da der asiate mundschutz. hilft eh nicht. so noch vor ein paar wochen. jetzt aber. hilft doch. nach dem motto, hilfts nicht, schadets nicht. wenn die chinesen nicht hätten, dann wären wir jetzt nicht. weil die haben natürlich nicht alle daten. weil sonst wär das bei uns nicht passiert. wo die ja so viele sind und man kaum den einen von der anderen unterscheiden kann. mit mundschutz schon gar nicht. und ab morgen wir also auch. das möcht ich mir anschauen. wie die nachbarin nicht weiß, wie sie vor dem geschäft den kaugummi ausspucken soll, wenn sie an der blöden maske nicht mit den fingern herumfummeln soll. und der nachbar am tschigg hantelt, weil. wie soll man denn mit den stofffetzen ums maul herum noch rauchen? oder ist das auch schon verboten? in der frischen luft? es wird schon langsam wieder winter, bevor der sommer angefangen hat.

*31

 

den ersten april kann man auslassen. die welt als witz. machen wir irgendwie später. wenn die sterberei sich wieder gelegt hat. wenn das lachen nicht mehr in der kalten luft gefriert. dann wieder, april, april. so aber nicht. so tragen wir alle unsere masken jetzt und wissen: das leben ist ein schauspiel. aber obs komisch oder tragisch wird, wissen wir von einem auf den anderen tag nun gar nicht mehr. noch immer weiß die eine mehr als der andere, noch immer wird an den grenzen das virus nach dem reisepass kontrolliert. noch immer ist unser virus lange nicht so gefährlich wie. und wenn ja, dann habens die hereingeschmuggelt. ja, und die piefke sollen schauen, weil sonst gibts für die keine pisten mehr und die berge im sommer auch nicht. wo kommen wir denn da hin, wenn die uns unsere schöne heimat kaputt schreiben. weil die heimat lässt man sich nicht. auch von den gästen nicht. und a bissl pause fun de schodet a net.

*2

 

jetzt wirds schon wieder besser. jetzt schnell noch auf die skier, weil der firn. weil die schönste zeit. weil das virus eh vorbei. direkt durchs tal hinaus zu die piefke. und wir wieder alles paletti. a bissl billiger am anfang zum ködern, und nach zwei, drei monaten sind dann alle wieder da und saufen sich durch unsere schöne natur. dabei sterben die leute ja doch wie die maikäfer zur falschen saison. aber eben nicht bei uns. bei die anderen. das tut kaum weh. schon, die bilder. doch kann man ja auch wegschauen. wie bei den griechischen inseln. die sind im geschichteunterricht von den kindern noch immer ok. aber von jetzt sind die bilder nicht interessant. alles hin. die haben das land halt ausgebeutet und alle fische gefressen, bis keiner mehr da war. so gehts natürlich auch nicht. und jetzt hand aufhalten. also, ich hab da meine eigenen sorgen. da bleibt für andere nicht besonders viel übrig. jeder ist sich die nächste. oder der. je nach dem, nach der.

*3

 

das wetter ist schön. samstag vormittag. und das bisschen licht am ende des. also da hält uns doch nichts mehr. weil auf die berge hinauf eh nicht. da warten dann die hinterfotzigen sherrifs und deren gehilfen, um das volk zu schröpfen, welchselbiges grad wegen der hohen berge und der guten luft von kleinauf kerngesund wäre, wenn nicht die durchmischung und die umvolkung und die rassendiversitäten und all das andere noch dazu kämen. also, wir halten uns ja an die notwendigen und einleuchtenden verordnungen. aber mit verlaub, wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich mich auch nicht daran halten. also, wenn eben nicht berg, dann wenigsten, wie immer am samstag, auf den markt, in die halle. dorthin, wo jeder ordentliche bürger und auch unordentliche bürgerin heimisches aus südeuropa und nordafrika einkaufen. und siehe da, ich bin nicht alleine. es drängt sich und es schiebt sich, wie bei jeder gewöhnlichen einkaufsorgie. von hinten gern und auch vor vorne. wir sind happy. wir sind unter uns. wir kaufen und verkaufen uns, die geschäfte blühen wie die blümchen draußen. es ist eine freude. griaßti hier und pfiati da, keine strafen nicht, kein abstand nicht, kein anstand auch nicht. einfach ein bisschen flanieren durch das schöne biozeug. und den frühling genießen. ein paar ganz mutige lassen sich im freien auch es glasl weißn servieren, den tschigg dazu. mai, isch schun schian pai ins. so kann man auch das ausgehdingsbums gut verkraften.

*4

 

als jesus am palmsonntag auf dem esel in die stadt einritt wie dazumal karl schranz in wien, da trug er vermutlich ein palästinensisches kopftuch. das adjektiv hat man natürlich später erfunden, aber das kopftuch gab es damals sicher schon. als ich klein war, hat man dazu noch beduinentuch gesagt. oder so ähnlich. aber jetzt die frage. wo doch hier bei uns wegen des schönen wetters und der noch wunderbar schöneren berge die kopftucherei verboten ist, strengstens und auch schon bei kleinen mädchen, weil wehret den anfängen usw. aber... jetzt hab ich den faden verloren. der würde nach knossos führen und dahin will derzeit auch niemand. knossos? nix? egal. also. wie soll ich mich denn nicht verschleiern, wenn ich das kinn und den mund und die nase bedeckt halten soll? jetzt hat ja unser chef eine große ausgeprägte stirn und perfekte frisur und schöne ohren und ist also auch hinter so einer bedeckung leicht zu erkennen. aber ich? mich kennt ja schon die familie kaum noch, wenn ich nicht hie und da einen gewaltigen rumpler durch die nase lasse, dass sich das echo an den knotten bis an die grenze weiterschleicht und so etwaige feindliche touristen außen vor hält. ich hab da schon meine bedenken. aber vielleicht gilt das mit dem kopftuch ja nur für solche ohne pass, also für die wo nix haben und dazu illegal. aber der papst hat jetzt auch gesagt, dass er und seine mannschaft nix mundschutz, und händeschütteln tut der auch noch. also ich frag mich schon, wie denn das alles zusammengehen soll und was ich mir von so einem lieben gott erwarten könnte, wenn ich. aber ich bin ja nicht. also für uns eher godot.

*5

 

heute ist, wenn diese berechnungen nach all den vielen hundert, ja tausend jahren stimmen, palmsonntagmontag. das ist vielleicht nicht ganz einleuchtend auf den ersten blick. wenn man aber auch nur ein bisschen nachdenkt und so das eine mit dem anderen vergleicht, dann macht das schon auch sinn und kann geglaubt werden. und ab heute gilt hier bei uns die NMK-pflicht im supermarkt. nase, mund und kinn. in der markthalle wahrscheinlich nicht, weil die ja nicht supermarkt-markthalle heißt. sondern eben nur markthalle. also ich denk mir das so. mit der NMK-pflicht wird alles ein bisschen komplizierter, aber auch sicherer. komplzierter, weil oft ist die maske eher über den augen, dann sieht man fast nix und muss das lästige zeug im grfieß gerade rücken, wofür man sehr strafende blicke erntet. sicherer, weil mich der vor mir zwar anhusten kann, aber ich ja geschützt bin. ein lächeln zurück. viele probleme haben sich wie von selbst gelöst. die sind einfach weg. tanken. oder integrierung. oder alte. hey, alder. weg. byby und pussypussy

*6